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Meine Katze humpelt – 10 mögliche Ursachen

Bewegungsstörungen bei Katzen können viele verschiedene Ursachen haben. Umso wichtiger ist es, diese abzuklären, denn nicht alle vergehen von alleine! Beobachten Sie Ihre Katze und den Verlauf der Bewegungsstörung (in der Medizin auch ,,Ataxie” genannt) und gehen Sie zum Arzt, wenn Sie sich nicht sicher sind oder die Symptome nicht abklingen.
  1. Stellen Sie sich zunächst die Frage, ob eine äußere Verletzung sichtbar ist. Ist Blut zu sehen? Ein Fremdkörper? Fremdkörper sind keine Seltenheit bei Katzen, vor allem bei Freigängern. Ein Dorn, eine Glasscherbe oder ein spitzer Stein, die sich in die weichen Pfoten bohren, können sich entzünden und zu Schmerzen führen. Wenn Sie einen Fremdkörper sehen, versuchen Sie diesen, vorsichtig mit einer Pinzette zu entfernen und die Wunde zu reinigen. Aber Achtung- ,,rutscht” der Fremdkörper nicht heraus, ziehen Sie nicht daran. Sie könnten die Verletzung verschlimmern. Katzenpfote
  2. Ist der Fremdkörper vielleicht schon rausgefallen, kann eine Schnittverletzung zurückbleiben. Kleine Schnittverletzungen können zuhause gereinigt und mit Heilsalbe eingecremt werden. Blutet der Schnitt jedoch stark oder ist er ungewöhnlich groß, sollten Sie den Gang zum Arzt nicht scheuen, da eventuell eine Naht oder Antibiotika gegen Bodenkeime nötig sein könnten. Glassplitter
  3. Eine weitere Ursache für das Humpeln könnte eine abgebrochene Kralle sein. Die hornige Kralle einer Katze sitzt auf einem knöchernen ,,Krallenbein”. Dieses wiederrum ist gut durchblutet. Bleibt eine Katze nun mit der Kralle hängen, kann diese brechen und das Knochengewebe mitsamt Gefäßen freilegen. Dies kann zu starken Blutungen und einer Infektion führen- ein Gang zum Tierarzt ist hier wohl die sicherste Varinate. 
  4. Katzen sind von Natur aus neugierige Wesen und Raubtiere. Und manchmal jagen sie eben Beute, die sticht. Bienen- und Wespenstiche an den Pfoten sind im Vergleich zu Stichen in der Maulhöhle relativ harmlos. Unter Umständen muss ein Stachel entfernt werden, weitere Maßnahmen sind aber eigentlich nicht nötig, da unsere heimischen Stechbiester keine Krankheiten verbreiten.Biene
  5. Gelenkserkrankungen: Arthritis oder Arthrose. Was ist der Unterschied? Eine Arthritis ist eine Entzündung, also ein Vorgang mit Wärme, Schwellung und Entzündungszellen. Sie kann infektiös, also mit Erreger, oder nicht- infektiös, beispielsweise als Autoimmunerkrankung, entstehen. Eine Arthrose ist ein Verschleiß ohne Entzündung. Er geht auf Belastungen oder Verletzungen zurück. Beide Erkrankungen haben jedoch gemeinsam, dass sie das Gelenk kurz- oder langfristig schädigen, dieses seine Elastizität verliert und die Katze beim Gehen Schmerzen verspürt. Eine Röntgenaufnahme könnte Klarheit bringen. Infektionen müssen natürlich behandelt werden, gegen Arthrosen gibt es jedoch meist keine Heilung. Diese werden lediglich mit einem Schmerzmittel behandelt. 
  6. Doch nicht nur Erkrankungen direkt am Gelenk, auch systemische Störungen (,,systemisch“ bedeutet, dass der gesamte Organismus betroffen ist) können sich auf die Gelenke auswirken, beispielsweise bei Chlamydien. Die Erreger gehören zum Katzenschnupfen- Komplex und rufen nicht nur Symptome der Nase und der Augen hervor, sondern lagern sich in den Gelenken ab. Denn Gelenke sind sogenannte ,,Endstromgebiete“, bei denen das Blut praktisch ins ,,Nichts“ hineinläuft. Eine dünne Membran filtriert hier Blutzellen raus und nimmt sich Nährstoffe in die Gelenkflüssigkeit. In dieser dünnen Membran können Erreger oder Komplexe aus Erregern und Antikörpern hängen bleiben und eine Entzündung hervorrufen. Im Fachjargon nennt man dies dann ,,Polyarthritis“ (bei systemischen Krankheiten sind meistens mehrere Gelenke betroffen). 
  7. Natürlich sollte man in Betracht ziehen, dass eine Erkrankung der Nerven vorliegt. Denn diese regulieren die Muskelaktivität. Wird das Signal zur Bewegung aus welchen Gründen auch immer, nicht gegeben, humpelt die Katze. Aber was kann mit den Nerven alles los sein? Relativ harmlos sind auch die bei uns bekannten geklemmten Nerven. Da diese aus dem Rückenmark zwischen den Wirbelsäulenkörpern verlaufen, kann es vorkommen, dass bei einer falschen Bewegung ein Nerv zwischen die Knochen gerät. Keine Panik- er reißt nicht gleich ab! Normalerweise renkt sich so etwas von alleine wieder ein. Es kann jedoch durchaus sein, dass der Nerv sich entzündet- ob mit oder ohne Infektion. Tatsächlich gibt es eine Reihe von Erregern, die speziell Nerven angreifen. Wenn in diesem nun reaktive Prozesse ablaufen, ist die Signalleitung gestört. Eine Blutuntersuchung ist ein Anfang, Klarheit bringt in solchen Fällen aber meistens eine Lumbalpunktion, bei der im Bereich des Kreuzes Flüssigkeit aus der Wirbelsäule entnommen wird. 
  8. Natürlich kann auch eine Katze sich Gliedmaßen brechen. Das kommt selten vor, da diese Tiere eine hohe Körperspannung besitzen. Nichtsdestotrotz sollten Sie nachschauen, ob die Pfote oder das Bein seltsam verrenkt ist oder sogar Knochen sichtbar sind. Kleine Brüche können meistens mit einem Verband behandelt werden, ernste sollten gegipst werden. Wird ein Bruch vermutet, sollte auf jeden Fall ein Röntgenbild gemacht werden! Es ist möglich, dass kleine Splitter in das umliegende Gewebe gelangt sind. Diese müssen manchmal entfernt werden. Die etwas harmlosere Variante ist eine Verstauchung. Verstauchte Knochen können für einige Tage mit einem Verband fixiert werden, heilen jedoch in vielen Fällen von alleine aus. 
  9. Als vorletzte Ursache seien die Thrombosen genannt. Das sind Blutverklumpungen, die sich in kleinen Gefäßen ablagern und zu starken Entzündungen führen können. Solche Neigungen zur Blutverklumpung können einer systemischen Krankheit entspringen, oder an einem Herzfehler liegen. Beides sollte vom Tierarzt abgeklärt werden, denn Thrombosen können tödlich sein! Ein Herzultraschall und ein großes Blutbild sind das Minimum an Diagnostik! 
  10. Last but not least- der Katzenbiss. Katzen fetzen sich gerne, vor allem die männlichen Artgenossen. Und der schwächere kassiert nicht selten einen Biss. Katzenbisse sind sehr gefählich! Im Maul der Katze findet sich eine Füllzahl an Erregern, die starke Entzündungen hervorrufen. Ist der Biss besonders tief, kann es passieren, dass Bakterien in das Blut gelangen- dies löst Fieber und Apathie aus und kann tödlich enden. Wie tief ein Biss tatsächlich ist, kann man von außen nicht immer beurteilen. Deshalb ist der Gang zum Tierarzt bei Katzenbissen obgligatorisch! 

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